Kurze Rundwanderung Kleiner Bärenstein



Wandertour vom 05.07.2009
Madeleine Kerber & Jens Fröhlich



Anreise:

 

Symbol mit einem Auto abgebildet

Dresden - A17 – S168 durch Ebenheit – Kreisverkehr links – Struppen – Thürmsdorf – Bärensteinstraße - Parkplatz, ca. 40 Min. (35 km)

Symbol mit einem P für Parken Öffentlicher Wanderparkplatz für etwa 15 Fahrzeuge (kostenlos), ausreichend Platz ist vorhanden
Anfahrt mit dem VVO-Nahverkehr / DBAnfahrt mit dem Öffentlichen Nahverkehr

 


Informationen zur Tour:

 

Symbol mit einem Wanderer Rundweg Kleiner Bärenstein
Symbol mit einer Uhr etwa 2 Stunden, jedoch individuell erweiterbar (2,6 km)
Symbol mit einem Fernglas zwei tolle Aussichtspunkte (Fernsicht + 360 Grad-Panorama)
Symbol mit einer Mütze und einer Hose trittsicheres Schuhwerk, da teilweise Steinstufen und Metalltreppen
Symbol mit einer erwachsenen Person und einem fortlaufendem Kind Aussichtpunkte sind nicht gesichert, Kinder im Auge behalten
Symbol mit einer erwachsenen Person und einem angeleinten Hund. geeignet auch für wanderbegeisterte Vierbeiner (Haustiere gemeint)

 


 

Nach einer kurzen Anreise aus Dresden und geeigneter Parkgegebenheiten vor Ort stürzen wir uns wieder hinein in die grüne Natur. Der Ausgangspunkt unserer heutigen Wanderung ist ein kleiner Wanderparkplatz mitten im Wald, linkerhand, direkt hinter dem Örtchen Thürmsdorf bei Struppen. Hier beginnt nun auch der Rundweg Kleiner Bärenstein, ein schmaler Trampelpfad, welcher oberhalb der Bärensteinstraße am Hang hinauf bis zu einer Spitzkurve führt.

Hinter dieser besagten Biegung folgen wir dem Pfad weiter bergauf. Durch das grünende Blattwerk der schattenspendenden Bäume erspähen wir bereits die ersten Sandsteinfelsen, die mächtig und erhaben in den blauen Himmel empor ragen. Gemächlich wandern wir stetig weiter bergauf. Wir befinden uns immer noch auf dem Rundweg Kleiner Bärenstein mitten im Wald, der durch seine dichten Bäume einen sanften, erfrischenden Schatten spendet. Nach wenigen Schritten erreichen wir den rot-markierten Wanderweg. Wir folgen dem sich an der Felswand entlang schlängelnden Pfad, bis wir  schließlich die „Diebshöhle“ (

Götzingerhöhle

, Kleiner Bärenstein) erreichen.

Wie wir einer Gedenktafel am Fels entnehmen können, ist dieser Felssturz nach dem Theologen, Autor und Entdecker der Sächsischen Schweiz Magister Wilhelm Leberecht Götzinger (1758 - 1818) benannt.  Eine kleine Grillstelle und etliche Widmungen im Stein markieren das Innere der Höhle. Besonders interessant ist ein Loch oben im Felsgestein, welches schon mehrmals als Rauchabzug für kleinere Grillgelage diente und heute, ja in diesem Moment, ein wunderschönes Fotomotiv bietet.

DiebshöhleErinnerungstafelToller Lichteinfall



Nachdem wir die Höhle durchquert haben, wandern wir stetig weiter bergauf und umrunden nun den „Jungfernsprung“ und verlassen damit den roten Wanderweg. Wir halten uns rechts und erahnen den nun sehr schmalen Pfad mehr, als dass wir noch sicher wissen, wo er entlang führt. Doch dann gelangen wir zu einem wunderschönen abgelegenen Aussichtspunkt. Eine bequeme Bank lädt uns zum verweilen ein. Eine Rast soll schließlich auch den Orientierungssinn stärken und so beginnt Jens gleich damit, die tolle Fernsicht zum Lilienstein und zur Festung Königsstein mit seiner Kamera einzufangen. Die Bärensteine bieten einige tolle Panoramen zu vielen Wanderzielen der Sächsischen Schweiz.

Hier, an der Krempe des durchdrungenen Blätterwaldes, auf einem mit blühenden Wildblumen bewachsenen Felsvorsprung, befinden wir uns nun und erfreuen uns an der herrlichen Stille und Weitblick. Nach kurzer Zeit schon gesellen sich zwei Wanderer zu uns, um sich so wie wir, an der herrlichen Aussicht zu laben.

Erster AussichtspunktBlick auf den LiliensteinNaturgenuss Kleiner Bärenstein



Nach einer anständigen Stärkung schultern wir unser leichtes Wandergepäck und folgen dem wilden Wanderpfad weiter bergauf. Wenig später stoßen wir wieder auf den roten Wanderweg (roter Kreis), dem wir nun bis zum Gipfel des Kleinen Bärensteins hinauf folgen. Wir passieren den Klettergipfel „Thürmsdorfer Stein“ und beobachten zwei Seilschaften, die sich bei 30° Celsius die Felswand hinauf kämpfen. Von hier aus ist es nicht mehr weit zum Ziel. Die letzten Meter sind mit breiten Steinstufen gesäumt.

Abwechslungsreicher AufstiegFast geschafft



Traumhafte Aussicht
Der Gipfel überwältigt uns mit einer weitschweifigen tollen Panorama-Aussicht. Das Blau des Himmels, das Grün der Wälder und die erbarmungslos brennende Sonne erscheinen uns wie ein verträumter Auszug aus einem Bilderbuch eines perfekten Sommertages.

Auf dem GipfelBlick zum Großen BärensteinKleiner Bärenstein, Kurze RastFestung Königstein



Rätselhafte Vergangenheit
Aber schon bald ziehen die alten Ruinen auf dem Plateau unsere Aufmerksamkeit auf sich. Geheimnisvolle Geschichten ranken über die verbliebenen Reste längst vergangener Zeit. Man munkelt nämlich, dass auf dem Kleinen Bärenstein einst die schönste Aussichtsgaststätte der gesamten Sächsischen Schweiz gestanden habe. Andere wiederrum sagen, die Ruinen der Bärensteine seien die letzten Überbleibsel eines Hotels. Dieses soll während des 2. Weltkrieges teilweise abgebrannt und dann von den Thürmsdorfer Einwohnern geplündert worden sein. Man erzählt sich auch, dass diese Ruine zum Rittergut Thürmsdorf gehört haben soll, welches während der NS-Zeit als Haftstätte für politische Gegner des NS-Staates genutzt wurde.² Auf Grund der schweren Nachkriegszeit fehlten wohl später die finanziellen Mittel, um den Betrieb wieder aufzubauen.

Heute erinnern nur noch steinerne Überreste an den einstigen Charme des prunkvollen Gebäudes. Der Ausblick und das Ambiente müssen schon damals wunderschön gewesen sein, bedenkt man, dass die Bäume auf dem Gipfel um 1945 noch nicht so hoch gewachsen waren und sich ein leckeres Stück Kuchen bei einer 360-Grad-Panorama-Aussicht auf dem Kleinen der Bärensteine sicher besonders gut munden lies.

Nachdem die Landschaft um uns ausgiebig betrachtet ist, wird es nun Zeit für den Abstieg hinunter ins Tal. Wir wählen den Steinstufen-Abstieg, der in Höhe des „Thürmsdorfer Steins“, direkt zum Parkplatz am Fuße der Bärensteine führt.

Wer an dieser Stelle noch Lust hat, unsere Kleiner Bärenstein-Wanderung zu verlängern, der kann auch direkt zum Großen Bärenstein wandern und diesen erkunden. Für heute haben wir jedoch genug gesehen und freuen uns auf ein kühles Eis. Den Großen Bärenstein heben wir uns für eine zweite Wanderung in die Bärensteine auf und werden natürlich auch davon berichten.

² Rudolf Bradsky von Laboun: Geschichte der Rittergüter Thürmsdorf, Kleinstruppen und Neustruppen mit ihren Dörfern. Thürmsdorf 1905.

 


180° Blick vom Gipfel Kleiner Bärenstein (Ost - West):




Fazit:

Wer eine abgeschiedene und interessante Wanderung mit tollem Panoramablick auf die wohl schönsten Ziele der Sächsischen Schweiz unternehmen möchte, dem raten wir zu dieser

Wanderung

in die Bärensteine (Kleiner Bärenstein ist definitiv sehenswert). Unser Geheimtipp für Euch.
Text: Madeleine Kerber
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Wanderkarte im Detail:

 

Wanderkarte Vordere Sächsische Schweiz
Karte: Vordere Sächsische Schweiz
Herausgeber: Sachsen Kartographie Dresden GmbH - www.sachsen-kartographie.de
 
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