Sonnenuntergang auf dem Gohrisch
Heute ist der richtige Tag! Der Himmel ist samt blau getupft, kein Wölkchen weit und breit zu sehen und die Luft ist angenehm warm. Der Deutsche Wetterdienst meldet spektakulär viele Sonnenstunden für den heutigen Tag, Sonnenuntergang ziemlich genau 21:17 Uhr. Ja, kein Zweifel, heute muss einfach der richtige Tag für eine schon lange geplante Tour sein: Abendwanderung hinauf zum Gohrisch- Sonnenuntergang an der Wetterfahnenaussicht.
Auf die Wettervorhersage war nun tatsächlich Verlass. Die Meteorologen haben gehalten, was sie versprachen. Jetzt, um 19:50 Uhr ist die Luft immer noch angenehm warm und von herzhaftem Grillduft geschwängert. Der weiche Blauton des Horizonts ist mit einem leicht orangefarbenen Schimmer durchdrungen und die Sonne gleitet sichtbar in die weiten Arme der flachen Landschaft. Freudig und erwartungsvoll gespannt laden wir vier unsere gepackten Rucksäcke und die beiden Fotoausrüstungen in den Kofferraum des Autos. Nun geht es endlich los.
Den Parkplatz erreichen wir gegen 21:00 Uhr. Wir sind etwas in Eile. Dass trügerische Antlitz des nun tiefrot gefärbten Sterns scheint nämlich jeden Moment mit den pastelgrünen Wäldern zu verschmelzen. Keine Sekunde dieses Momentes wollen wir verpassen. Deswegen sind wir doch letztlich hier. So beschließen wir also, den Berg recht schnellen Schrittes zu erklimmen. Dies ist zugegebenermaßen keine leichtfüßige und bedächtige Bergerklimmung, doch Alternativen gibt es jetzt nicht. Der Pfad hinauf ist uns bereits von unserer ersten Gohrisch-Wanderung bekannt und so schreiten wir aus Richtung Osten an die schattigen, bewaldeten Ausläufer des Tafelbergmassivs.Das dichte Blattwerk der Bäume verdunkelt uns etwas die Sicht und nimmt den Blick gen Norden und des untergehenden glühenden Sterns. Die Luft ist deutlich kühler, als zu unserem Aufbruch vor gut einer Stunde in Dresden, und wir sind froh, unsere leichten Fließjacken eingepackt zu haben. Während des Marsches hinauf zum Ziel begegnen uns hin und wieder einige Wanderer auf ihrem Rückweg. Allesamt mit dem gleichen verwunderten Ausdruck im Gesicht. Sie begrüßen uns kurz und fragen sich wohl, was in Herrgotts Namen wir da wild prustend zu so später Stunde noch auf dem Berg oben wollen und ob sie uns vielleicht besser ihre Hilfe anbieten sollten. Berechtigt, doch nun hält uns nichts mehr auf und wir stürzen grüßend an ihnen vorbei. Der große Uhrzeiger zeigt bereits auf die Ziffer Eins – nur noch wenige Minuten bis zum ersehnten Moment – bis zu den heiß ersehnten Fotomotiven. Schließlich, und etwas außer Atem, stapfen wir die letzten Stufen des Aufstieges hinauf. Erleichterung! Wir sind noch nicht zu spät. Kurz durchgeatmet und weiter geht’s. Doch wider Erwarten sind wir nicht die Einzigen hier oben. Gleichgesinnte haben bereits ihre Decken ausgebreitet und eine Gruppe sitzt entspannt, mit einer anständigen Bemme in der einen und einem Plastikbecher mit Rotwein in der anderen Hand, an einer der wohl schönsten Aussichtspunkte des heutigen Abends: der Wetterfahnenaussicht. ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Kurzum beschließen wir, uns in zwei Gruppen aufzuteilen. So peilen Kathrin und Sven den nördlichsten Teil des Gohrisch, die Wetterfahnenaussicht, an, wo sie sich tolles Licht vor einer beeindruckenden Kulisse erhoffen. Madeleine und ich bleiben in Höhe des Malerweg-Abstieges/ Falkenschlucht und suchen dort nach einem geeigneten Platz, der sich recht schnell findet. Nun kehrt auch die innere Ruhe in uns allen zurück und wir blicken entspannt in Richtung Nord-Westen, warten gespannt auf das Naturschauspiel. Darüber, was sich uns nun in den nächsten Minuten darbietet, möchte ich an dieser Stelle kein Wort verlieren. Lassen wir die Bilder für sich sprechen. Viel Spaß dabei! Blick von der Wetterfahnenaussicht:
Gut vorbereit kommen unsere Stirnlampen zum Einsatz, die uns den Weg hinab ausleuchten. Eine angenehme Stimmung stellt sich ein und ich glaube, dass wir in diesem Augenblick, fast zeitgleich, mit positiver Erinnerung das gleiche denken: "Wie zu den abenteuerlichen Nachtwanderungen damals bei den beliebten Klassenausflügen ins Schullandheim". Und mit einem ähnlichen Kribbeln in der Magengegend schreiten wir in die uns allseits umgebende Dunkelheit hinaus. Sicher und zufrieden erreichen wir den Parkplatz und wir freuen uns nun auf unser Bett. Denn der strenge Marsch des Aufstieges bleibt nicht ungeschont und mahnt uns dazu, zu unserer nächsten Abendwanderung bei Sonnenuntergang ein paar Minuten früher aufzubrechen. Mein Fazit: Wir hatten doch Recht. Ja, heute war tatsächlich der richtige Tag!
Wanderkarte im Detail:
![]() Karte: Hintere Sächsische Schweiz Blatt 1 - Schrammsteine, Affensteine, Zschirnsteine |




















