Wer sich gute Outdoorbekleidung zugelegt hat, der weiß auch mittlerweile, dass Qualität seinen Preis hat. Doch irgendwann muss die Bekleidung in die Wäsche oder die Imprägnierung aufgefrischt werden. Und hier entstehen (früher auch bei mir) viele Fragen zur richtigen Pflege: Was nun?
Also habe ich mich mal intensiv zur richtigen Pflege von Outdoorbekleidung und Funktionsbekleidung informiert. Einige Hersteller geben beispielsweise gute Tipps auf ihren Internetauftritten dazu, ebenso seriöse Onlineshop-Betreiber oder Tests von Expertern. In diesem Beitrag erhaltet Ihr meine 10 ultimativen Pflegetipps.
01. Flüssig-Waschmittel ist die bessere Wahl

Ich empfehle Outdoorbekleidung mit flüssigem Waschmittel zu reinigen, da die Pulverkristalle die viel feineren Stoffporen der Funktionsbekleidung verstopfen können.
Neben diversen Universalprodukten, können auch schonende Spezial-Waschmittel namenhafter Hersteller aus der Outdoor-Industrie erworben werden. Das fand ich sehr interessant und somit habe ich 2009 erstmalig das Produkt "Granger's 2in1 Cleaner/ Waterproofer" ausprobiert. Nicht ohne Grund, denn die Meinungen zum Produkt im Internet waren unterm Strich doch sehr positiv. Also bestellte ich die 0,3 Liter Größe und probierte es gleich bei meiner hochwertigen Funktionsjacke der Firma Mammut aus. Mein Empfinden war positiv, was sich auch bei meiner restlichen Outdoorbekleidung bestätigte. Ich nutze es immer noch, weil es mir die teuren Sachen einfach wert sind. Wer es mal selbst ausprobieren möchte, kann die kleine 0,3 Liter Flasche u. a. bei
outdoortrends.de für rund 15,00 EUR käuflich erwerben.
02. Verwende keinen Weichspüler
Laut Stiftung Warentest setzt sich der Weichspüler nach dem Waschgang an den Fasern fest und wirkt wasserabweisend. Somit nehmen die Fasern den Schweiß nicht mehr auf und können diesen folglich nicht nach außen ableiten. Allerdings löst sich der Weichspüler nach einigen Waschgängen wieder aus dem Gewebe. Damit wird die Funktionalität des Materials wieder hergestellt. (1)
03. Schleudern ja - aber mäßig
Gore-Tex-Gewebe sollten im Schongang geschleudert werden. Weniger ist hier mehr. Manche Outdoor-Waschspezialisten lehnen das Schleudern sogar gänzlich ab. Richtet Euch möglichst nach den Herstellerhinweisen auf dem Produkt-Etikett oder im Internet, zum Beispiel unter
http://www.gore-tex.de.
04. Wähle einen Pflege-Leicht-Waschgang
Bei diesem Waschprogramm wird mehr Wasser beim Durchspülen in die Trommel (geringere mechanische Beanspruchung der Kleidung) spritzen und kann so gut mit niedrigen Schleuder-Drehzahlen kombiniert werden - schont die Bekleidung!
05. Ein Wäschesack bietet zusätzlich Schutz Mit einem Wäschesack, der aus dünnem Netzgewebe gefertigt wurde, kann man die teuren Wäsche-Teile zusätzlich schützen. Diese Netze gibt es in den meisten Drogerie-Märkten. Tipp: Du kannst natürlich ebenso einen Stoff-Einkaufsbeutel aus dünner Baumwolle nutzen.
06. Die Innenseite nach außen krempeln
Die meiste Funktionsbekleidung (Fleece, Apex, etc.) sollte umgekrempelt (mit den Nähten nach außen) gewaschen werden. Geringer Umstand, große Wirkung.
07. Wasserdichte oder wasserabweisende Bekleidung imprägnieren
Ich empfehle, jegliche Bekleidung die wasserdicht oder wasserabweisend sein soll zu imprägnieren, das heißt Eure Regenjacke, Regenhose und Wanderschuhe. Bei Softshell ist es Geschmackssache. Achtung! Durch das Imprägnieren kann die Atmungsaktivität stark beeinträchtigt werden. Schaut am Besten mal auf der Hersteller-Seite nach. Meist findet man dort die Antwort - oder schreibt mir eine E-Mail. Dann schlage ich auch mal nach.
08. Meine Joker-Tipps zum richtigen Imprägnieren
Es gibt zwei Möglichkeiten Materialien zu imprägnieren:
|
Einwasch-Imprägnierung |
Sprüh-Imprägnierung |
| Wann imprägnieren? |
Erst nach dem Waschen in einem separaten Waschgang |
Nach dem Trocknen |
| Wie imprägnieren? |
Einwasch-Imprägnierung in die Spülkammer
Schonwaschgang starten
Trocknen (lassen)
Gebrauchsanleitung beachten! |
Die Bekleidung im Abstand von ca. 20 cm ganzflächig besprühen
Bekleidung dabei auf einen Bügel hängen
Trocknen lassen |
| Probleme |
Einzuwaschende Chemie kann unter Umständen zu Hautreizungen führen |
Schlechte Sprühleistung führt zu mangelhaften Ergebnissen |
| Häufigkeit |
Nicht nach jeder Wäsche notwendig. Also je nach Beanspruchung und zu erwartender Witterung |
| Kosten |
Von 6,00 bis 22,00 EUR |
Von 7,00 bis 19,00 EUR |
| Kaufempfehlung |
Einwasch-Imprägnierung |
Sprüh-Imprägnierung |
| Test/ Vergleich |
In Vergleichstests der beiden Methoden konnten nur die Sprüh-Imprägnierungen überzeugen. (2) |
09. Outdoorbekleidung in den Trockner
"Jede Wärme nach dem Waschen wirkt positiv auf Goretex und wasserdichte Kleidungsstücke, da Wärme besonders den wasserabweisenden Imprägniereffekt reaktiviert." (3)
10. Stricksachen liegend trocknen
Das Liegend Trocknen ist dann wichtig, wenn sehr dehnbares Material getrocknet werden soll, wie Stricksachen. Da sich die Schurwollfasern beim Waschen mit Wasser vollsaugen, sind diese Bekleidungsstücke nach der Wäsche sehr feucht und schwer, so dass ihr Gewicht sie aus der Form zieht.
Für alle weiteren Bekleidungsstücke empfehle ich: Einfach hängen lassen.
Legende (1)
Sportunterwäsche: Synthetik macht das Rennen (2)
Re-Imprägnierung von Funktionsjacken: Ein Feldversuch (3)
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