Felsenburg-Neurathen





Anreise:

 

Symbol mit einem Auto abgebildet

Dresden – Pirna (über Sachsen Brücke) – weiter S 167 durch Zatzschke, Lohmen, Rathewalde, in Waltersdorf scharf links ca. 50 min

Symbol mit einem P für Parken Öffentlicher Wanderparkplatz, von dort aus Fußmarsch nach Rathen, etwa 10 Minuten bergab marschieren

 


Informationen zur Tour:

 

Symbol mit einem Wanderer Wanderpfad ab Hotel u. Gasthaus Amselgrundschlösschen direkt zur Bastei, oder an Kassenhäuschen Felsenbühne scharf links
Symbol mit einer Uhr etwa 2 Stunden - Wanderpfad jedoch individuell erweiterbar über die Schwedenlöcher
Symbol mit einem Fernglas viele Aussichtspunkte (Fernsicht)
Symbol mit einer Mütze und einer Hose trittsicheres Schuhwerk empfohlen, da teilweise Holzstufen und Metalltreppen
Symbol mit einer erwachsenen Person und einem fortlaufendem Kind geeignet für ausdauernde Kinder
Symbol mit einer erwachsenen Person und einem angeleinten Hund. Tierliebhaber können ihren Vierbeiner gern mitführen

 


 

Urkundliche Dokumente belegen die erstmalige Erwähnung Neurathens um 1261. Die Anlage, die sich auf einem Sandsteinriff befindet, war zu jener Zeit böhmisches Lehen und gehörte um 1361 dem Herren von Michelsberg. Im Jahre 1406 ging die Burg in den Besitz der Berken von der Duba über, Hinko Berka von der Duba kaufte die Burg aus böhmischem Besitz.

Das Geschlecht Berka von der Dubá und Lipa war ein altes und bedeutendes Adelsgeschlecht in Böhmen, Mähren. Der Name des Geschlechts beruht übrigens auf folgender Legende:

Ein Ahnherr des stammverwandten Hauses Howora war Jägermeister des Herzogs Jaromir und kam auf einer Jagd von seinem Gefolge ab. Dabei fiel er in die Hände der Werschowiczer, die das Räuberhandwerk trieben. Die Räuber banden den Herzog und seinen Diener nackend an eine Eiche, wo die Werschowiczer beide mit Pfeilen erschießen wollten. Als Gnade bat der Howora den feindlichen Anführer noch dreimal sein Leibstückchen auf dem Horn blasen zu dürfen. Der Anführer willigte ein und so blies er mit Leibeskräften in das Horn. Dies hörte das ferne Gefolge und führte es nicht nur zu dem Ort wo ihr Herr weilte, sondern signalisierte auch, dass er in Gefahr sei.  Rasch eilte das berittene Gefolge herbei und rettete seinen Herren samt Diener  vor dem Tode. Aus Dankbarkeit überhäufte der Herzog seinen treuen Diener mit Belohnungen und gab ihm den Beinamen Duba (auf dt. Eiche).

Hinko Berka von der Duba der Ältere teilte seinen Besitz unter seinen fünf Söhnen auf. Bernesch von Duba erhielt Neurathen, übernahm den Besitz jedoch erst nach dem Tod seines Vaters um 1419. Friedrich von der Oelsnitz, Vogt auf dem Königstein, wurde  um 1428 Burgherr von Neurathen und gab den Besitz im Jahre 1466 an seinen Sohn Hans von der Oelsnitz weiter. Dieser funktionierte Neurathen als Raubritterburg um.

Raubritter bereicherten sich zu jener Zeit, wie es der Name bereits sagt, durch Straßenraub, Fehden und Plünderungszüge. Dieser ritterliche Stand bildete sich vor allem durch die Verdrängung der Naturalwirtschaft durch die Geldwirtschaft im Spätmittelalter.

Die Brücke der Burganlage bestand damals noch aus Holz, um im Falle der Erstürmung, sie mit Hilfe von Katapulten und steinernen Kugeln vor den Füßen der Angreifer zu zerstören. Des Öfteren gelang dies den Raubrittern sogar, wodurch viele Soldaten in die Tiefe gerissen wurden. Aus diesem Grund erhielt auch die  110 Meter tiefe Schlucht ihren ursprünglichen Namen "Martertelle". Einer alten Volkssage gemäß bestand die älteste Brückenkonstruktion der Burganlage Neurathen sogar nur aus Leder.

Der unweit von der Burg gelegene Klettergipfel Mönch war ebenfalls mit in die Burg einbezogen. Davon zeugt das für die Wachposten in den Fels geschlagene "Mönchsloch", welches als Unterstand bei Wind und Wetter diente.

Bereits ein Jahr, nachdem Hans von der Oelsnitz Burgherr von Neurathen geworden war, gelang es Kurfürst Ernst und Herzog Albrecht von Sachsen die Burg zu belagern. Dabei konnte Hans von der Oelsnitz fliehen. Die Burganlage, die größtenteils aus Holzbrücken und –verschlägen bestand, wurde 1469 in Brand geschossen. Im Jahre 1485 kam Rathen bei der sächsischen Erbteilung an Herzog Albrecht von Sachsen. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts begann der Zerfall der Burg.

Die wenigen Überreste der mittelalterlichen Burg können heute im Burgmuseum besichtigt werden. Durch viel Einsatzbereitschaft gelang den vielen Helfern jedoch einen einmaligen Rundgang durch die Burganlage zu errichten.  So können sich Schwindelfreie auf sicheren Metalltreppen und –brücken über das mittelalterliche Leben in der Felsenburg Neurathen informieren, einzelne, ausgewiesene Stationen besichtigen und gleichzeitig eine tolle Rundumsicht inmitten der Rathener Felsmassive genießen. Neben einem nachempfundenen Katapult und einer Burgplastik die sehr anschaulich die damalige Felsenburg darstellt, können zahlreiche Ausgrabungen, wie beispielsweise Tonschalen und Handschnitzereien, besichtigt werden. Aus unserer Sicht ist der Besuch des Museums lohnenswert.
Text: Jens Fröhlich
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Die BasteibrückeMadeleine auf dem AussichtsplateauDie Basteibrücke, Blick Richtung Süd-OstenAufstieg zum Nord-Westlichen AussichtspunktAbbildung der Felsenburg zum SpätmittelalterRundgang durch die Felsenburg Rathen
Fundstücke zur BesichtigungBlick auf den Plattenstein und die GansfelsenIn schwindelerregender Höhe, aber sicherMit etwas Glück entdeckt man sogar die Felsenbühne RathenDer Rundgang führt durch die gesamte BurganlageBlick auf das Kathapult, welches vor Eindringlingen schützte
Eine tolle Natur-Kulisse eröffnet sich vor einemBlick auf den MönchDie alten Steinzeichnungen sind heute noch gut erhaltenNachbau der Felsenburg Neurathen im SpätmittelalterDer Rundgang durch die Felsenburg Neurathen

 
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