Kurze Wandertour über die Starke Stiege
Die Anreise von Dresden ist mit einer Fahrzeit von ca. 60 Minuten akzeptabel. In Dresden fahren wir auf die A17 in Richtung Prag und verlassen diese auf der Abfahrt Pirna. Hier halten wir uns rechts und fahren auf die Dippoldiswalder Straße direkt in die Stadt Pirna hinein (hinter dem Tunnel gleich rechts abbiegen und an der Kreuzung rechts auf die Dresdner Straße (B172)). Die B172 verlassen wir nicht mehr bis zu unserem Ziel und fahren über Königstein nach Bad Schandau. Nachdem wir Bad Schandau verlassen haben, fahren wir in Richtung Schmilka parallel zur Elbe - immernoch auf der B172. Nach etwa zwei Kilometern Wegstrecke erscheint rechterhand ein Parkplatz (Privatparkplatz des Nationalamtes Sächsische Schweiz). Dieser ist unser Startpunkt der heutigen Etappe und Ziel unserer Anreise. Unsere Wanderroute ist recht kurz bemessen, jedoch individuell erweiterbar. Wir möchten Euch einfach mal die Möglichkeit geben, zwar eine kurze, jedoch überaus interessante und teilweise fordernde Tour zu beschreiten. Genau das Richtige für einen spontanen Streifzug durch die Natur, oder wenn die Zeit mal etwas knapper bemessen sein sollte. Über den Holzlagerplatzweg, gleich gegenüber des Parkplatzes, gelangen wir in den Nationalpark Sächsische Schweiz. Dieser Weg führt einen leichten Abhang hinauf - genau das Richtige um warm zu werden. Nach wenigen Metern verlassen wir den Holzlagerplatzweg aber auch schon wieder. Ein befestigter Wanderpfad windet sich linkerhand den Hang hinab, und mündet plötzlich vor unseren Füßen. Gesagt, getan - der Weg ist das Ziel. ![]() ![]() ![]() ![]() Auf dürrem braunen Herbstlaub des Vorjahres schreiten wir nun in aller Ruhe in Richtung Breit Kluft. Der Weg ist an vielen Stellen von bemoosten Gesteinsbrocken gesäumt und windet sich stetig den Berg hinauf. Hier und da lohnt sich der Blick für die kleinen Details, die es links und rechts des Pfades zu entdecken gibt. ![]() ![]() ![]() Schließlich gelangen wir an eine Weg-Gabelung. Linkerhand kreuzt der Elbleiternweg (grüner Kreis), der in Richtung Rauschenspitze und Rauschentürme, zwei besonders attraktive Kletterfelsen, weiter führt. Direkt vor uns mündet ein Holztreppenpfad von hoch oben. Diesen Weg schlagen wir nicht ein, weil er Teil unseres Rückweges sein wird. Wir biegen also rechts ab und befinden uns nun auf einem deutlich breiteren Pfad. Hier und da begegnen wir anderen Wanderern, sogar wenigen Radsportlern. Nun zeichnen sich die schroffen Gesteinsgebilde viel detaillierter ab, die wir schon vor einiger Zeit zwischen den Bäumen erspäht haben. Nicht lange und die ersten Kletterer sind an den Felsen auszumachen. In schwindelerregender Höhe verharren sie teils minutenlang, den nächsten schwierigen Schritt planend. Wir bleiben einige Minuten stehen und geniessen das ausgeglichene ruhige Treiben der aktiven Bergsportler. ![]() ![]() ![]() Zwischen Rauschentor und Rauschenstein zweigt links ein schmaler, mit Holztritten befestigter Pfad zu den Felswänden hin ab, den wir einschlagen. Entlang der Felsen wandern wir nun zwischen Rauschentor und den Rauschentürmen teils kurze steile Anstiege hinauf. Der Weg erscheint uns an diesem Teilstück etwas schwer erkennbar, unsere Wanderkarte führt uns aber als guter Berater richtig in den Rauschengrund hinab. In der Talsohle angekommen, gehts auch schon wieder nach wenigen Metern mühsam bergauf, bis wir schließlich in einer Sackgasse vor einem verschobenen Gesteinsgebilde landen. Recht schnell stellt sich jedoch heraus, dass wir alles richtig gemacht haben und diese gedachte Sackgasse die Starke Stiege ist. ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Nun ist es aber erst einmal Zeit für eine kurze Rast. Wir sammeln unsere Kräfte und bereiten uns auf den mit Griffeisen gesäumten Aufstieg vor. Entlang des Felsvorsprunges klettern wir die etwa 20 Meter kurze Stiege hinauf. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind jedoch vorauszusetzen, denn die Starke Stiege ist zwar kurz, aber anspruchsvoll. Wir haben außerdem die Erfahrung gemacht, dass auf halber Höhe die Griffe recht weit voneinander entfernt sind, was sich für kleinere Kinder, bzw. ungelenke Wanderer als kurzweilige Problematik herausstellen könnte. Daher raten wir in diesen Fällen ausreichend zu sichern. ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Den Fels bezwungen, wandern wir nun frohen Schrittes auf deutlich anspruchsloserem Terrain in Richtung Rauschenspitze und bekommen jetzt zum ersten Mal auf dieser Wanderung wunderschöne Ausblicke geboten. Hoch über dem Blattwerk des Waldes blicken wir in weite Ferne - über Felder, Wälder, Felsen und Ortschaften, bis schließlich alles Erfassbare am weiten Horizont in einem blauen Nebeldunst zu verschwimmen scheint. ![]() ![]() ![]() ![]() Nun schlängelt sich unser Pfad in sicherem Abstand die Felsenschlucht entlang, bis wir den Schrammsteinweg (blauer Strich) passieren. Um unsere heutige Wandertour jedoch nicht weiter auszudehnen, entscheiden wir uns für den Holztreppenabstieg über die Breite Kluft. Mit jedem Schritt hinab verdichtet sich das Blätterdach des Waldes wieder, dass ferne Vögelgezwitscher wird deutlicher und eine angenehme Kühle legt sich auf unsere Haut. Schließlich erreichen wir wieder den Elbleiternweg, steigen aber geradewegs den Wanderpfad hinab, den wir vor wenigen Stunden bereits hinaufgestiegen sind, bis wir letzten Endes den Holzlagerplatzweg und unseren Parkplatz glücklich und doch etwas geschafft erreichen. ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Fazit: Diese Tour eignet sich besonders für Wanderer, denen mal etwas weniger Zeit zur Verfügung steht. Außerdem auch empfehlenswert für Leute, die sich gern mal an einer Kombination aus Wanderpfad und Kletterstieg versuchen wollen. Unsere Schlussbemerkung: Diese Tour sollte auf keiner Wander-To-Do Liste fehlen. Text: Jens Fröhlich
Wanderkarte im Detail:
Karte: Hintere Sächsische Schweiz Blatt 1 - Schrammsteine, Affensteine, Zschirnsteine |
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