Warum Wandern sich wie Urlaub anfühlt
Dieser Bericht fasst mehrere wissenschaftliche Profilstudien zusammen und erklärt gut lesbar, warum Wandern gesund für Körper und Geist ist.
Jeder Wanderer weiß um die belebende Wirkung einer mäßigen, ausgedehnten Wanderung. Ich habe mich deshalb auf die Suche nach neuen wissenschaftlichen Studien zu dessen Ursprung begeben. Was macht diesen Erholungseffekt aus, den man nach einer ausgedehnten Wanderung spürt - und wie entsteht er? Ist es ein Individualerlebnis oder verspürt man ihn auch in Gruppen? Welche Menschen suchen besonders nach der aktiven Entspannung im Grünen?
"Spätestens seit den 90-er Jahren befindet sich der Natursport Wandern im Aufwind: Jährlich stieg die Zahl gelegentlich oder häufig wandernder Deutscher um eine halbe bis eine Million. In den Boomjahren 2004/ 05 erreichte sie nach Ausweis der jährlichen Allensbacher Marktanalysen (AWA) ein Maximum von rund 40 Millionen und damit von über 60 Prozent der Deutschen - ein Megatrend.
Wandern ist damit eines der größten Segmente im Freizeit- und Tourismusmarkt Deutschlands. Seither weisen die Statistiken einen Rückgang der Wanderquote auf nunmehr 56 Prozent Gelegenheitswanderer (entspricht knapp 36 Millionen deutscher Bürger ab 14 Jahren) aus."(1) Davon wandern 28 Prozent mehrmals im Monat.(2)
Wer wandert?
Durchschnittlich werden heute 15 Kilometer pro Tour zurückgelegt. In den 90-er Jahren betrug die Strecke noch zwei Kilometer weniger. Dass Durchschnittsalter der Wanderer liegt bei 50 Jahren. Das heißt, die Best Ager (40- bis 59-Jährige) mit einem extrem hohen Akademiker-Anteil, halten das Wanderzepter noch immer fest in der Hand.(3)
Doch wie Herr Prof. Heinz Dieter Quack vom Europäischen Tourismus Institut (ETI) feststellt: 20- bis 40-Jährige gehören ebenso zum Bild, wie die Älteren. Zudem sollen die "neuen" Wanderfans konsumorientiert, markenbewusst und lifestyleaffin sein. "Der Wanderer gibt im Durchschnitt 90 Euro im Jahr für seine Ausrüstung aus. Insgesamt hat die Outdoor-Branche im vergangenen Jahr 3,7 Milliarden Euro durch Wanderer umgesetzt."(4)
Motive & Vorlieben
Das Hauptmotiv der Wanderer ist zu 88 Prozent die Natur und Landschaft und zu 65 Prozent der Genuss der Natürlichen Stille. Beim Wandern bewegen wir uns zurück in den Rhythmus der Natur und erleben Nähe und Ferne ohne künstliche Konservierungsstoffe. Trotz der Liebe zur natürlichen Stille machen sich 88 Prozent der Wanderer am liebsten mit dem Partner oder zwei, drei Freunden auf den Weg in die Natur. So die Forschungsergebnisse des Kölner Institutes für Prävention und Nachsorge. Gute Gespräche verkürzen den Weg zu manchem schweren Problem. Zudem wächst aber auch der Gesundheits- und Wellness-Gedanke. Bereits etwa 70 Prozent der Wanderer möchten einfach etwas für Ihre Gesundheit tun und circa 63 Prozent suchen eine Entlastung vom Berufs- und Alltagsstress.(5) Denn Zeit spielt beim Wandern oft eine untergeordnete Rolle. Das bloße Unterwegssein verschafft schon Genuss und Distanz zum Alltag, den wir mit jedem Schritt ganz bewusst zurücklassen.
Der Effekt
"Das ausdauernde Herumschweifen in der freien Natur beeinflusst eine Fülle von physischen und psychischen Prozessen positiv."(6) Der gemächliche Takt des Laufens, der ruhige Atem-Rhythmus und die Wirkung der Landschaft erleichtern das Lösen von Körperverspannungen und befreien den Kopf. Wandern macht wach, schärft die Sinne, fördert positive Gefühle, erweitert den geistigen Horizont und stellt einen Kontrast zum Lärm, der Anspannung und der Planerfüllung des Alltags dar. "Mit Hinblick auf die modernen Zivilisationskrankheiten kommt dem Wandern eine umfassende Präventionsfunktion zu, bei ihrer Therapie erweist es sich geradezu als Breitbandtonikum."(7) Die Ursache des Erholungseffektes lässt sich auf verschiedene Faktoren zurück führen. Einige davon möchte ich Euch im Folgenden darstellen:
Wandern steigert die Konzentrations- und Merkfähigkeit
Täglich strömen circa 1.000 bis 1.200 Liter Blut - etwa sechs volle Badewannen - zur Versorgung mit Zucker und mit etwa 75 Litern reinem Sauerstoff durch unser Gehirn. Beim Ausdauersport, wie dem Wandern, vergrößert sich das Blutvolumen um bis zu 25 Prozent und damit der Blutsauerstoffgehalt im Körper.(8) Die höhere Sauerstoff- und Zuckerzufuhr, dem Treibstoff unseres Gehirns, bewirkt dann eine Steigerung der Konzentrations- und Merkfähigkeit. Dadurch können wir Probleme schneller lösen.(9)
Wandern verbessert Herz-Kreislauf-System und Stoffwechsel
Durch die tiefere Atmung in der sauberen und frischen Luft wird die Lunge besser durchblutet, dass Herz-Kreislauf-System trainiert, der Stoffwechsel verbessert. Im Gehirn werden Stresshormone abgebaut, der Kortisolspiegel sinkt ab und ruhige Alphawellen werden verstärkt.(10) Somit stellt sich ein positives Empfinden zum eigenen Körper ein und man fühlt sich fit.(11)
Wandern fördert die seelische Ausgewogenheit
Die Naturfarben des Waldes Grün, Blau und Braun wirken außerdem beruhigend, ausgleichend, erfrischend und regenerierend. Sie fördern ferner die Präzision der Gedanken und die seelische Ausgewogenheit.
Fazit
Wandern, ein (Gruppen-) Erlebnis mit Wellness-Faktor in beruhigender Natur und faszinierender Landschaft, ist Balsam für Körper und Geist.
Legende
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Profilstudie Wandern '08 - 1. Basismodul "Wer wandert warum?" Deutsches Wanderinstitut, Rainer Brämer i.v.m. Pressemitteilung 24, Deutscher Wanderverband, Grundlagenstudie Sept. 09, Kassel |
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Pressemitteilung 24, Deutscher Wanderverband, Grundlagenstudie Sept. 09, Kassel |
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Profilstudie Wandern '08 - 1. Basismodul "Wer wandert warum?" Deutsches Wanderinstitut, Rainer Brämer |
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Pressemitteilung 24, Deutscher Wanderverband, Grundlagenstudie Sept. 09, Kassel |
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Profilstudie Wandern '08 - 1. Basismodul "Wer wandert warum?" Deutsches Wanderinstitut, Rainer Brämer |
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Studie zum 1. Gesundheitskongress Wandern - "Regeneration durch Natur", Saarland, Oktober 2007 |
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Studie zum 1. Gesundheitskongress Wandern - "Regeneration durch Natur", Saarland, Oktober 2007 |
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Marees, H. de. Sportphysiologie. 2002 |
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Scholey AB, Sünram-Lea SI, Greer J, Elliott J, Kennedy DO (2009) Glucose enhancement of memory depends on initial thirst. Appetite In press |
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Organisation „Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz“ - Andrea Abraham u. a.: Landschaft und Gesundheit. Das Potenzial einer Verbindung zweier Konzepte. Universität Bern 2007 |
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nach Pressemitteilung Deutscher Wanderverband Juli 2003, www.wanderverband.de |
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