Großer Zschirnstein




 

Anreise:

 

Symbol mit einem Auto abgebildet Dresden Zentrum – Keingiesshübel ca. 60 Minuten (52 km)
Symbol mit einem P für Parken Parkplätze vorhanden

 


Informationen zur Tour:

 

Symbol mit einem Wanderer roter Wanderpfad (Hirschgrundweg) - Basaltdurchbruch - weiter über Schlosserhübelweg - Wiesenweg
Symbol mit einer Uhr etwa 3 Stunden + Rastzeit und Besuch der einzelnen Aussichtpunkte,
Strecke (8,5 km)
Symbol mit einem Fernglas toller Aussichtspunkt auf dem Plateau vorhanden
Symbol mit einer Mütze und einer Hose festes Schuhwerk und zweckmäßige Bekleidung empfohlen
Symbol mit einer erwachsenen Person und einem fortlaufendem Kind Vorsicht mit kleinen Kindern auf dem Plateau
Symbol mit einer erwachsenen Person und einem angeleinten Hund
unproblematisch für Hundebesitzer

 


 

Während man die ganze Woche über wackelt und mit einem arbeitsreichen Job sein täglich Brot verdient, freut man sich insgeheim schon die ganze Zeit auf das Wochenende, weil dieses regelmäßig zu einer Wandertour in die Sächsische Schweiz genutzt wird. Diese Touren sind so erholsam, dass man den Akku für die kommenden Aufgaben wieder aufladen kann.

Nach den vielen Touren, die wir in diesem Jahr vom Kirnitzschtal aus gestartet haben, entschieden wir uns dieses Mal bewusst für die andere Elbseite und haben uns den Großen Zschirnstein als Wanderziel, also die hintere Sächsische Schweiz ausgesucht. Um die für diese Jahreszeit dem sehr guten Wetter geschuldeten überfüllten Straßen rund um Pirna und Königsstein zu entgehen, hatten wir uns entschieden, die bisherige Anfahrtsroute über Stürza – Hohenstein – Bad Schandau beizubehalten. Über die Ortschaft Krippen versuchten wir unseren Ausgangspunkt, die kleine Ortschaft Kleingiesshübel zu erreichen, was jedoch nicht auf dem direkten Weg möglich war, da uns eine gesperrte Straße in Folge einer Baustelle in eine nicht unerhebliche Umleitung über Papstdorf und Cunnersdorf zwang.

Nach einer etwa 75 Minuten dauernden Anreise (Dresden Zentrum etwa 60 Minuten) stellten wir unser Auto auf dem ausgewiesenen und gut zu erreichenden Parkplatz in Kleingiesshübel ab. Da die Zeit doch schon etwas fortgeschritten war, wählten wir eine Wanderroute aus, die bequem in drei Stunden zu erwandern ist. Wanderfreunde die es schaffen, eher als wir vom Frühstückstisch hoch zu kommen, können aber auch direkt von der Elbe, z. B. vom Bahnhof Schöna aus starten, was ebenfalls eine attraktive Route darstellt.

Vom Parkplatz aus wandten wir uns wenige Meter zurück, um nach ca. 50 Metern links auf den mit einem roten Punkt markierten Hirschgrundweg einzubiegen. Dieser führt an den letzten bebauten Grundstücken der Ortschaft vorbei und taucht nach wenigen Metern in den schattigen Wald ein. Der Hirschgrundweg, dem wir weiterhin  folgten, absolviert auf der Länge des nächsten Kilometers erheblich viele Höhenmeter. Nach unserer Wanderkarte zu urteilen, liegt der Parkplatz auf einer Höhe von ca. 240 Metern über NN. An der Stelle, wo der Hirschgrundweg in den Wanderweg mit der Bezeichnung "Flügel B" übergeht und gleichfalls die erste Etappe der Wanderung darstellt, ist aus der Wanderkarte zu entnehmen, dass man sich schon über 400 Meter über NN befindet. Der bis dahin stetige Anstieg ist aber gut zu meistern, befindet sich doch der Wanderweg in einem guten Zustand. Den Kleinen Zschirnstein haben wir mittlerweile auf dessen rechten Schulter passiert.

Der "Flügel B" stellt aber für den Aufstieg nur ein kurzes Intermezzo dar, da dieser Wanderweg nach wenigen Metern verlassen wird, um sich rechts haltend über die Holzstufen den direkte Aufstieg (immer noch mit einem roten Punkt gekennzeichnet) aufs Gipfelplateau in Angriff zu nehmen. Auf halber Höhe passieren wir rechter Hand einen Basaltdurchbruch (durch den Sandstein), der in Urzeiten als Steinbruch gedient hat, wobei man mit diesem Material die Straße pflasterte, um das auf dem Zschirnstein abgebaute Eisen zu den Schmelzhütten ins Tal zu transportieren. Seinen Namen Zschirnstein trägt übrigens diese nicht unerhebliche Erhebung seit Ur-Zeiten und kann entsprechend dem slawischen Wort "cerny" für schwarz grob mit "Schwarzer Stein" übersetzt werden. Mit seinen 562 gemessenen Metern über NN ist der Große Zschirnstein die höchste Erhebung im sächsischen Teil des Elbsandsteingebirges.

Diesen, mit dieser Höhe verbundenen grandiosen Ausblick kann man an der Südspitze des Plateaus vollauf genießen, welche gleichzeitig den Zielpunkt unserer Wanderung darstellte. Rechts auf den vorgelagerten Blöcken, nur wenige Meter von der Schutzhütte entfernt, befindet sich ein Säulenstumpf der Sächsischen Landesvermessung aus dem Jahre 1865. Leider war die Sicht nicht wirklich prickelnd, so dass selbst der östlich liegende und nicht weit entfernte Zirkelstein sowie die dahinter thronende Kaiserkrone nur schemenhaft zu erkennen war. Unabhängig davon ist der Blick von den Blöcken auf die vor einem liegenden Baumwipfel, die wie weiches grünes Moos ca. 80 Meter unter den Füßen des Betrachters einen tiefgrünen Teppich bilden, mehr als imposant. Nach einer kleinen Stärkung, wo wir die noch angenehm wärmenden Strahlen der Septembersonne auf den Vorblöcken weidlich genossen haben, traten wir unseren Rückweg an.

Stufen führen zum Gipfelplateau hinaufTolle Aussicht vom Großen Zschirnstein, Sächsische SchweizKurze Rast nach der Besteigung des Großen ZschirnsteinKorrigiert, wenn nötig: Vogelbeerstrauch



Der Abstieg erfolgte unter Nutzung des nun schon bekannten Wanderpfades über das gesamte Plateau, welches durch einen fast durchgängigen Birkenwald bedeckt ist. Damit unterscheidet sich dieser Bereich wesentlich von dem restlichen Bewuchs des Großen Zschirnstein und rührt von einem verheerenden  Brand, der in den letzen Kriegstagen des 2. Weltkrieges, verursacht durch die dort befindlichen militärischen Verbände, den natürlichen Bestand an Fichtenwald vernichtet hat.

Wir passieren wieder den Basaltdurchbruch und hatten nach einer etwa 20 Minuten dauernden Wanderung den "Flügel B" erreicht. Diesem folgten wir nun rechts haltend, bis wir nach weiteren 30  Wander-Minuten die Kreuzung "Schlosserhübelweg" und "Wiesenweg" erreichten. Dem Wiesenweg folgend erreichten wir nach etwa drei Kilometern unseren Ausgangspunkt, den Parkplatz von Kleingiesshübel.

Für die gesamte Wanderung, inklusive der Verschnaufpause auf dem Plateau, benötigten wir (ca. 8,5 km) nicht ganz drei Stunden. Sichtlich erholt und auch wesentlich ausgeglichener traten wir nun den Heimweg an.

Dichte Wälder der Sächsischen SchweizDichter Wald am Fuße des Großen ZschirnsteinVerträumte Wald-Wanderpfade in der Sächsischen SchweizDie letzten Meter bis zum Parkplatz



Fazit:

Eine schöne Runde, vor allem bei guter Sicht ist die Aussicht vom Gipfelplateau der absolute Insider-Tipp.
Text: Jens Fröhlich
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