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Bastei Sächsische Schweiz

Basteibrücke im Elbsandsteingebirge

Bastei Sächsische Schweiz

Bastei Sächsische Schweiz

Eines der berühmtesten Ausblicke der Sächsischen Schweiz bietet die Bastei zwischen Kurorten Rathen und Wehlen von der Basteibrücke. Die etwa 194 Meter hohe und ganzjährig freigegebene Bastei-Aussicht wurde bereits im frühen 19. Jahrhundert von Künstlern, Dichtern und Denkern geprägt und ist das meist besuchte Ausflugsziel der Sächsischen Schweiz.

Über den gut beschilderten Wanderweg am Fuße des Hotels Amselgrundschlösschen in Rathen gelangt man wohl am schönsten hinauf zur Bastei-Aussicht. Der Weg führt über Holzbohlen und Stufen durch dichten Tann bergauf. Riesige Sandsteinfelsen ragen aus dem immergrünen Mischwald wie Stecknadelköpfe empor und mit etwas Glück trifft man einen Maler oder Minnesänger entlang des Weges.

Vom touristisch erschlossenen Felsplateau der Bastei führen viele Wege hinab zum Kurort Rathen. Empfehlenswert ist der Abstieg über die Schwedenlöcher zum Amselsee nach Rathen. Eine Alternative ist auch die Verlängerung der Wanderung zum Kurort Wehlen, wo man übrigens auf dem berühmten Malerweg wandert.

Basteibrücke Sächsische Schweiz

Basteibrücke Sächsische Schweiz

Basteibrücke Sächsische Schweiz

Das Wahrzeichen der Bastei ist die Basteibrücke, eine sandsteinerne Brücke von 76,5 Metern Länge, welche eine 40 Meter tiefe Schlucht, die Martertelle, überwindet. Im frühen 19. Jahrhundert bestand die Basteibrücke aus Holz. Sie verband das vorgelagerte Felsriff (Felsen „Steinschleuder“) mit dem „Neurathener Felsentor“. So gelangten Wanderer früher zu den Unterkünften und dem Gasthaus, die um 1826 nach den Plänen von Gottlob Friedrich Thormeyer entstanden.

Heute ist die Bastei mit der Basteibrücke ein beliebtes, gastronomisch erschlossenes Ausflugsziel. Von der Basteibrücke blickt man weit über die Sächsische Schweiz. Bei gutem Wetter kann man die Festung Königstein erspähen, auch die weltweit bekannte und am Fuße der Bastei liegende Felsenbühne Rathen – Geheimtipp für alle Kultur-Interessierte.

Touristische Entwicklung der Bastei

Seit 1975 gehört die Bastei zu den beliebtesten Ausflugszielen der Sächsischen Schweiz. Da sie über eine Straße per Bus oder PKW direkt erreichbar ist, können auch ältere, körperlich beeinträchtigte, sowie Menschen mit wenig Ausdauer zum Felsplateau der Bastei gelangen.

Viele berühmte Persönlichkeiten, wie zum Beispiel August von Goethe oder Carl Heinrich Nicolai, bewunderten die Schönheit der Bastei Aussicht und erwähnten sie in ihren Werken. So wurde die Bastei in der Welt-Literatur bekannt. Auch die großen Maler, wie Caspar David Friedrich, hielten die Schönheit der Sächsischen Schweiz in ihren Werken fest. An sommerlichen Tagen kann man Maler, Künstler, Musiker und Denker entlang des Weges antreffen und ihnen bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen oder beim Musizieren lauschen.

Felsenburg Neurathen auf der Bastei

Urkundliche Dokumente belegen die erstmalige Erwähnung Neurathens um 1261. Die Anlage, die sich auf einem Sandsteinriff befindet, war zu jener Zeit böhmisches Lehen und gehörte um 1361 dem Herren von Michelsberg. Im Jahre 1406 ging die Burg in den Besitz der Berken von der Duba über, Hinko Berka von der Duba kaufte die Burg aus böhmischem Besitz. Das Geschlecht Berka von der Dubá und Lipa war ein altes und bedeutendes Adelsgeschlecht in Böhmen, Mähren. Der Name des Geschlechts beruht übrigens auf folgender Legende:

Ein Ahnherr des stammverwandten Hauses Howora war Jägermeister des Herzogs Jaromir und kam auf einer Jagd von seinem Gefolge ab. Dabei fiel er in die Hände der Werschowiczer, die das Räuberhandwerk trieben. Die Räuber banden den Herzog und seinen Diener nackend an eine Eiche, wo die Werschowiczer beide mit Pfeilen erschießen wollten. Als Gnade bat der Howora den feindlichen Anführer noch dreimal sein Leibstückchen auf dem Horn blasen zu dürfen. Der Anführer willigte ein und so blies er mit Leibeskräften in das Horn. Dies hörte das ferne Gefolge und führte es nicht nur zu dem Ort wo ihr Herr weilte, sondern signalisierte auch, dass er in Gefahr sei. Rasch eilte das berittene Gefolge herbei und rettete seinen Herren samt Diener vor dem Tode. Aus Dankbarkeit überhäufte der Herzog seinen treuen Diener mit Belohnungen und gab ihm den Beinamen Duba (auf dt. Eiche).

Hinko Berka von der Duba der Ältere teilte seinen Besitz unter seinen fünf Söhnen auf. Bernesch von Duba erhielt Neurathen, übernahm den Besitz jedoch erst nach dem Tod seines Vaters um 1419. Friedrich von der Oelsnitz, Vogt auf dem Königstein, wurde  um 1428 Burgherr von Neurathen und gab den Besitz im Jahre 1466 an seinen Sohn Hans von der Oelsnitz weiter. Dieser funktionierte Neurathen als Raubritterburg um.

Raubritter bereicherten sich zu jener Zeit, wie es der Name bereits sagt, durch Straßenraub, Fehden und Plünderungszüge. Dieser ritterliche Stand bildete sich vor allem durch die Verdrängung der Naturalwirtschaft durch die Geldwirtschaft im Spätmittelalter.

Die Brücke der Burganlage bestand damals aus Holz, um im Falle der Erstürmung, sie mit Hilfe von Katapulten und steinernen Kugeln vor den Füßen der Angreifer zu zerstören. Des Öfteren gelang dies den Raubrittern sogar, wodurch viele Soldaten in die Tiefe gerissen wurden. Aus diesem Grund erhielt auch die 110 Meter tiefe Schlucht ihren ursprünglichen Namen „Martertelle“. Einer alten Volkssage gemäß bestand die älteste Brückenkonstruktion der Burganlage Neurathen sogar nur aus Leder.

Der unweit von der Burg gelegene Klettergipfel Mönch war ebenfalls mit in die Burg einbezogen. Davon zeugt das für die Wachposten in den Fels geschlagene „Mönchsloch“, welches als Unterstand bei Wind und Wetter diente.

Bewahrung der Natur

Zur Kernzone des Naturschutzgebietes der Sächsischen Schweiz gehörend, wird das Wegenetz und die Natur entlang der Bastei ständig beobachtet und bewahrt. Der ursprüngliche Plan, eine Bergbahn hoch zur Basteibrücke zu erbauen, wurde aus naturschutzrechtlichen Gründen abgelehnt. Ebenfalls ist es verboten, die gekennzeichneten Wege zu verlassen oder Müll in der Natur zu entsorgen. Aber das ist selbstverständlich, denn auch unsere Nachfahren sollen die Bastei in der Sächsischen Schweiz besuchen und bewundern dürfen.


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