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Hüttenwanderung

Plane Deine schönste Hüttentour

Innsbrucker HütteWas früher die einzige Möglichkeit darstellte, um schwierige Gebirgspässe zu überqueren, ist heute zu einem beliebten Freizeitvergnügen geworden: Hüttenwandern. Auch wenn in den letzten Jahren die Zahl der Wanderer stark zugenommen hat und viele Höhenwege in den europäischen Gebirgen – vor allem in den Alpen – im Sommer touristisch überlaufen sind, finden sich ruhige und erholsame Gebirgspässe, auf denen Du den Stress des Alltags wunderbar hinter Dir lassen kannst. Eine Hüttenwanderung ist nicht nur für uns Erwachsene erfüllend, sondern auch für Kinder – denn sie betrachten die wilde Natur aus einer Entdecker-Perspektive und es ist erfüllend, ihnen bei ihren Erlebnissen zuzuschauen.

Eine Hüttentour kannst Du selber oder mit einem Bergführer vorbereiten und durchführen. In diesem Ratgeber erfährst Du praxistaugliche Tipps für eine wundervolle Hüttenwanderung.

Tipps zur Vorbereitung einer mehrtägigen Hüttentour

Eine Tagestour kann spontan unternommen werden. Bei einer mehrtägigen Hüttentour ist das nicht möglich – denn diese besteht aus mehreren Etappen (Tageszielen). Du übernachtest in einer Berghütte. Weil Du eine Hüttenwanderung nicht ohne weiteres auf halber Strecke abbrechen kannst, erfordert sie eine gute Vorbereitung. Jeder Teilnehmer muss vor Tour-Antritt seine Kondition und Grenzen realistisch einschätzen. Auf Basis des Teilnehmers mit der geringsten Kondition wird das Abenteuer geplant. Doch es gibt weitere Aspekte, die Du bei Deinen Vorbereitungen beachten solltest.

1. Beste Jahreszeit wählen

Wetter Berge - IconIm Spätsommer sollten die meisten Hütten nicht mehr überfüllt sein und im Herbst sind die meisten Pässe noch schneefrei. Deshalb sind Spätsommer und Herbst die beste Zeit für eine Hüttenwanderung in europäischen Gebirgen – wie den Alpen. Prüfe aber im Voraus, ob die Hütten im Wandergebiet zu dieser Zeit geöffnet haben.

2. Schlafplätze reservieren

Schlafen - Schlafsack - IconVor Antritt der Hüttenwanderung solltest Du die Verfügbarkeiten der benötigten Schlafplätze in den Hütten erfragen und die Schlafplätze frühestmöglich reservieren. Viele Berghütten-Betreiber bieten Kontaktmöglichkeiten auf Ihren Websites an. Häufig kannst Du diese auch in den lokalen Tourismusbüros erfragen.

3. Topografische Karte nutzen

Topografische Karte - IconWie bereits angerissen: Alle Teilnehmer müssen den Anforderungen der Tagestouren gewachsen sein. Deshalb empfehle ich bei der Planung eine topografische Karte mit einem Maßstab zwischen 1:25.000 und 1:50.000 zu verwenden. So gewinnst Du einen guten Einblick zur Topografie und kannst die Schwierigkeit der Tageswanderungen entsprechend des Teilnehmers mit der geringsten Kondition planen.

4. Zeitplan locker gestalten

Icon - UhrErfahrene Wanderer und Bergsportler wissen: Regelmäßige Pausen sind wichtig. Die Anzahl und die Länge der Pausen ist abhängig von der Kondition und dem Alter der teilnehmenden Personen. Niemand will durch die Berge hetzen, sondern Natur und Landschaft genießen. Deshalb sollte die Kondition jedes Teilnehmers in die Tagesplanung einfließen. Auch sollte jederzeit mit einem Wetterumbruch gerechnet werden. Im Hochgebirge kann ein Unwetter in wenigen Minuten aufziehen. Plane diese Eventualitäten in Deine Tagesetappen-Vorbereitung ein.

5. Wetterprognosen beachten

Wetter App  - IconVor jeder Wanderung solltest Du Dich über die tägliche Wetterprognose informieren, die Du bei den Tourismusbüros, den Hüttenwirten und lokalen TV- und Radiostationen erhältst. Viele Wanderer machen den Fehler, das Wetter nur vor Beginn der Wanderung zu bewerten. Ein kurzfristiger Wetterumschwung kann böse enden – auch im Mittelgebirge. Deshalb bist Du gut beraten, wenn Du das Wetter auch während der Wanderung regelmäßig prüfst. Je aktueller Deine Kenntnisse über die meteorologische Situation vor Ort ist, desto sicherer bist Du und die gesamte Wandergruppe unterwegs.

6. Richtige Kleidung und Ausrüstung

Wasserabweisende Wander-Bekleidung - IconNicht nur geeignetes Schuhwerk ist Pflicht auf einer Hüttenwanderung. Je nachdem wie die Wandertour beschaffen ist, sollte Schuhwerk, Kleidung, Klettergeschirr den Erfordernissen gerecht werden. Vor allem empfehle ich leichte Regenbekleidung, wie einen wasserabweisenden Regenponcho, im Rucksack mitzuführen. An dieser Stelle verweise ich gern auf weitere Online Ratgeber, in denen Du sicher viele praxistaugliche Tipps zur richtigen Kleidung und Ausrüstung erhältst:

Hüttenwanderung Alpen

Die europäischen Gebirge bieten eine Vielzahl Wandergebiete, die sich hervorragend für eine mehrtägige Hüttenwanderung eignen. Allein in den Alpen gibt es über 1.000 Berghütten, von denen viele als traumhaft bezeichnet werden können. Gern stelle ich Dir drei Gebirge der Alpen vor, in denen Hüttentouren besonders toll sind.

Wandern in den Dolomiten

Dolomiten Berge

Dolomiten Berge

Ein besonders schöner Gebirgs-Landstrich für eine mehrtägige Hüttenwanderung sind die Dolomiten (Südalpen). Ich möchte Dir gern zwei besondere Hütten empfehlen, die Du bei Deiner Hüttentour-Vorbereitung einplanen solltest: Falls Du die Fanes Hütte in St. Vigil in Enneberg noch nicht besucht hast, solltest Du das schnell nachholen. Diese befindet sich auf über 2.060 Meter Höhe und wenn das Wetter mitspielt, hast Du einen wunderbaren Blick auf die umliegenden Dreitausender. Die Fanes Alm Hütte wird liebevoll von der Familie Mutschlechner geführt und verfügt über Zwei- und Vier-Bettzimmer. Für das leibliche Wohl wird täglich gesorgt. Musikanten sind herzlich willkommen. Die Hütte ist von Anfang Juni bis Mitte Oktober geöffnet, sowie vom 26. Dezember bis Mitte April – hier mehr.

Eine weitere empfehlenswerte Hütte in den Dolomiten ist die Büllelejochhütte. Auf 2.528 Meter gelegen, ist sie die höchste Schutzhütte im Naturpark Drei Zinnen. Die kleine, urige und gemütliche Hütte wird seit 1979 von Familie Rogger aus Sexten geführt, wo insgesamt 13 müde Wanderer und -innen im Gemeinschaftsraum nächtigen können. Leckere tiroler Kost und italienische Küche stärken und beleben müde Geister – hier mehr.

5-tägige Hüttenwanderung um die Kaiserkrone

Auch in anderen Regionen der Alpen kannst Du tolle Hüttenwanderungen unternehmen – zum Beispiel im Kaisergebirge. Es zählt zu den schönsten Wandergebieten Tirols. Dort führt eine 5-tägige Hüttenwanderung auf alten Pfaden rund um die Kaiserkrone. Der Aufstieg führt zunächst auf die Obere Alm, dann zur Gruttenhütte und weiter über die Walleralm in Richtung Stöfflhütte. Das selbstgebraute, leckere Bier solltest Du probieren. Von hier wanderst Du bergab zur Kaindlhütte. Weiter an der Nordseite führt der Weg zum Anton-Karg-Haus und dem Hans-Berger-Haus. Talwärts geht es durch das schöne Kaiserbachtal. Die Gesamtstrecke beträgt 65 Kilometer und führt auf rund 5.000 Höhenmetern im Auf- und Abstieg einmal rund um den Wilden Kaiser zu den schönsten Plätzen mit fantastischen Aussichten vom Chiemsee bis zum Großglockner. Übrigens: Es gibt auch eine verkürzte 3-Tage-Wanderung mit nur 33 Kilometer Länge – hier mehr.

4-tägige Karwendeltour

Karwendel Gebirge - Hütte

Hütte im Karwendel-Gebirge

Im Karwendel-Gebirge (eine Gebirgsgruppe der Nördlichen Kalkalpen in Tirol) gibt es eine besondere Hüttentour: die Karwendeltour. Diese 4-tägige Hüttenwanderung führt durch eines der letzten Gebiete der Alpen, das noch nicht durch Lifte, Hotels und geteerten Straßen erschlossen ist. Hier darfst Du wilde und weitgehend unberührte Natur erleben.

Man sagt sich, der Wanderer solle frühzeitig auf den Hütten ankommen, denn die Lage vieler Berghütten ist ein Erlebnis – nicht nur wegen der atemberaubenden Aussicht. Trotzdem muss sich jeder Wanderer über die „Strapazen“ im Klaren sein, denn vier Tage bergauf und bergab zu wandern, erfordert viel Kondition. Als Alternative bietet sich auch ein Wanderurlaub im Karwendel-Gebirge an, wo Du die Tagesetappen einzeln und mit viel Rast meistern kannst.


Hüttenwandern für Klein und Groß

Die Hütten hoch droben in den Bergen bieten Bergsportlern und Wanderern eine sichere Herberge. Hier kannst Du Dich regenerieren, mit Gleichgesinnten ins Gespräch kommen, die nächste Hüttenwanderung planen und die Natur in ihrer einzigartigen Schönheit bewundern. Hüttenwandern ist ein Genuss für junge und reife Wanderer und eine tolle Möglichkeit, den Alltag hinter sich zu lassen. Wo auch immer man wandert trifft man auf Menschen, die für Sicherheit und das Wohl anderer sorgen, auch in den höchsten Höhen. Prosit auf Euch, Ihr emsigen Hüttenwirte. Bis zum nächsten Mal. I mog di Leut.


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