Skip to main content

Zeckenschutz und Zeckenschutzmittel

Zecke in der Natur

Zecke (Holzbock) in der Natur

Zecken (Holzböcke) sind in ganz Europa verbreitet und haben kaum natürliche Feinde, was ihre Verbreitung und Population begünstigt. Es gibt etwa 850 verschiedene Zecken-Arten.

Im Unterholz, dichten Farnen, Gestrüpp, Büschen, Gräsern, Pflanzen und Sträuchern halten sich Zecken besonders gern auf. Im hohen Gras (Wälder, Wiesen, Weiden, Bach- und Flussauen) sind sie vermehrt anzutreffen. Auch in städtischen Parkanlagen und heimischen Gärten lauern Zecken auf einen Wirt. (Mensch oder Tier)

Weil ein Kontakt mit Zecken schwerwiegende Erkrankungen (Borreliose und FSME) auslösen kann, sollten Menschen für sich selbst und ggf. ihre Haustiere Maßnahmen treffen, um sich vor einer solchen Erkrankung zu schützen. In diesem Ratgeber erfährst Du wirksame Tipps zum Zeckenschutz.

Schutz vor einem Zeckenbiss

1. Festanliegende und helle Kleidung tragen

Die Zecke soll den Weg auf die Haut nicht finden. Festanliegende und helle Kleidung, die den Körper bedeckt, ist empfehlenswert. Festes zugeschürtes Schuhwerk mit langen Strümpfen, so dass möglichst keine hautfreien Stellen zwischen Hose und Schuhwerk bestehen, sind angebracht. Damit schaffst Du eine hohe Sicherheit, ein Zeckenbiss an Fuß und Bein zu vermeiden. Auf Grund der geringen Körpergröße von Kindern sollten diese eine Kopfbedeckung zum Schutz vor Zecken tragen.

2. Kontrolle nach Zecken am Körper

Insbesondere Hosenbeine, Kniebeuge, Schultern und Achseln solltest Du direkt nach Verlassen des Risikogebietes intensiv nach Zecken absuchen. Zecken fühlen sich dort wohl, wo es feucht und warm ist – kontrolliere Achseln, Arm- und Kniebeuge. Wenn Du mit Haustieren unterwegs warst, solltest Du die Zecken-Kontrolle nicht vernachlässigen. Oft heften sich Zecken im Fell des Tieres fest und gehen später auf Menschen über. Eine Zecke kann sich auch in der Schnauze des Tieres festbeißen.

3. FSME Schutzimpfung (im Winter)

Gegen FSME kannst Du Dich impfen. Bei einer FSME Zeckenimpfung werden abgetötete FSME-Viren in den Körper injiziert, woraufhin das Immunsystem Antikörper produziert. Diese erkennen die FSME-Vieren bei einer realen Konfrontation m diese und eliminieren den Virus im Körper. Die Impfung führt der Hausarzt durch. Am Besten ist eine FSME Schutzimpfung im Winter, damit im Frühjahr ausreichend Antikörper gebildet worden sind. Einige Krankenkassen übernehmen die Kosten, insofern Du in einem Risikogebiet wohnhaft bist oder es bereist.

4. Zeckenschutzmittel verwenden

Zeckenschutzmittel, wie Ballistol Stichfrei oder Autan Protection Plus, bieten freiliegenden Hautpartien, wie Hals und Arme, etwas Schutz vor einem Zeckenbiss. Um Zecken gänzlich vom Körper fern zu halten, kann die Kleidung ebenfalls mit einem Zeckenschutzmittel (Nobite Spray) im Voraus imprägniert werden.

Im Interesse einer transparenten Darstellung muss erwähnt werden, dass Stiftung Warentest 2008 insgesamt 20 Mittel gegen Zecken getestet hat: 12 von 20 Mittel erhielten die Note „Mangelhaft“. (Quelle)

Hauptgrund dafür ist, dass die Hersteller einen zuverlässigen Schutz für eine bestimmte Dauer versprechen. Laut Stiftung Warentest variierte die Wirkungsdauer der Mittel jedoch stark bei den Probanden. Deshalb sollte man sich nicht auf die versprochene Wirkdauer verlassen. Wegen der erheblichen Unterschiede zwischen angegebener und tatsächlicher Wirkdauer lautet das test-Qualitätsurteil für 12 Zeckenmittel „Mangelhaft“.

So wird eine Zecke richtig entfernt

Zur Entfernung einer Zecke in der Haut ist eine Zeckenzange oder Zeckenkarte empfehlenswert.

Zecke - HolzbockDie Zecke solltest Du nicht mit Zeckensprays, Öl, Zwiebeln oder dergleichen behandeln. Jede Reizung von außen führt dazu, dass die Zecke noch mehr Speichel bildet, oder sich erbricht, wodurch mehr Erreger ins Blut übertragen werden.

Die Zecke bei der Entfernung aus der Haut nach links oder rechts zu drehen, ist übrigens Unsinn. Der Stechapparat der Zecke besitzt kein Gewinde. Richtig ist: Setze die Zeckenzange oder Zeckenkarte möglichst tief an der Haut an und ziehe die Zecke gerade nach oben heraus. Wenn möglich solltest Du die Einstichstelle anschließend desinfizieren.

Drei einfache Schritte

  1. Die Zeckenzange setzt Du so dicht wie möglich am Zeckenkopf an und achtest darauf, die Zecke nicht zu zerquetschen, da sonst mehr Gift in die Blutbahn gelangen kann.
  2. Nun ziehst Du die Zecke langsam und gleichmäßig senkrecht nach oben aus der Haut heraus. Vermeide dabei eine Drehbewegung. Schließlich hat sich die Zecke auch nicht in die Haut gedreht.
  3. Wurde die Zecke komplett entfernt, solltest Du die Stelle desinfizieren, um eine Entzündung vorzubeugen.

Wenn die Zecke nicht komplett entfernt wurde ist es ratsam, zeitnah einen Arzt aufzusuchen. Er wird die Zecke entfernen und den Bereich wirksam desinfizieren. Bei ihm erhält man auch hilfreiche Tipps zum richtigen Umgang bei auftretenden Symptomen.

Bekannte Krankheiten und Symptome

Borreliose (Lyme-Borreliose)

Borreliose wird durch ein Bakterium übertragen und zählt als häufigste durch eine Zecke übertragene Erkrankung in Deutschland. Die Borrelien siedeln sich im Darm der Zecke an und werden durch Ausscheidungen übertragen. Nur ein Teil der Infektionen führt zu einer Erkrankung.

Die Symptome eine Borelliose-Infektion können sehr unterschiedlich sein. Das erschwert eine eindeutige Diagnose – besonders im fortgeschrittenen Stadium. Leitsysmptom einer Borreliose-Infektion ist die Wanderröte. Diese äußert sich durch teils großflächige kreisförmige Rötungen um den Zeckenbiss. Die Symptome treten erst nach einigen Tagen auf und sollten unverzüglich einem Arzt zur Abklärung vorgezeigt werden. Häufig wird eine Antibiotika-Therapie angestrebt. Weitere Symptome einer Borreliose-Infektion sind: Grippesymptome, Müdigkeit und Fieber. Leider gibt es keine Impfung gegen Borreliose.

Weitere hilfreiche und vertrauenswürdige Informationen findest Du hier: Krankheit Borreliose oder unter RKI.de.

FSME – Frühsommer Meningoenzephalitis

FSME ist eine Erkrankung des Zentralnervensystems, bei der die Hirnhäute von einer Entzündung befallen werden. Sie kann zu schweren neurologischen Schäden führen. Die gute Nachricht: Durch eine Impfung kann man sich vor FSME-Viren schützen. Nicht alle Zecken tragen den FSME-Virus in sich. Ist eine Zecke infiziert, übertragen sich die FSME-Erreger bei einem Zeckenbiss sofort, weil sie sich in den Speicheldrüsen der Zecke befinden.

Weitere hilfreiche und vertrauenswürdige Informationen findest Du hier: FSME in Deutschland.

Kommentare

Tatjana 4. April 2017 um 0:57

Vielen Dank für Ihren hilfreichen Beitrag.

Ich lese bereits seit Längerem auf Ihrem interessanten Blog. Und gerade musste mich mal ein schnellen Kommentar da lassen bzw. mich mal bedanken.

Machen Sie genauso weiter, freue mich bereits jetzt schon auf die nächsten Beiträge

Antworten

Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *